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Faire Beschaffung Berufsfeuerwehr Göttingen

Erstellt von Joachim Berchtold |

Für die Beschaffung von Wetterschutzjacken taten sich die Koordinationsstelle kommunale Entwicklungspolitik und die Berufsfeuerwehr Göttingen zusammen und schrieben unter der Beachtung hoher Anforderungen an sozial verantwortliche Herstellung aus.

Die Ausschreibung ist inzwischen erfolgreich durchgeführt und in Kürze erhalten die Beschäftigten der Berufsfeuerwehr ihre Wetterschutzjacken. Diese stammen von einem Mitgliedsunternehmen der Fair Wear Foundation und entsprechen damit dem höchsten derzeit erhältlichen Standard für sozial verantwortliche Herstellungsbedingungen beim Nähen der Bekleidung. Die Berufsfeuerwehr Göttingen positioniert sich hiermit eindeutig für Arbeitsrechte und Arbeitsschutz weltweit - gerade bei der Feuerwehr weiß man um die Wichtigkeit von Arbeitsschutz, den auch die Produzent*innen der Arbeitskleidung genießen sollten.

Mit sozial verantwortlichen Herstellungsbedingungen ist zunächst die Einhaltung arbeitsrechtlicher Mindeststandards, den sogenannten Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO gemeint - das sind, verkürzt dargestellt, Verbot von Zwangsarbeit, Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit, Verbot von Diskriminierung sowie die Zulassung von Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit.  

Einen verpflichtenden Nachweis für die Einhaltung dieser Mindeststandards fordert das Land Niedersachsen per Vergabegesetz, sofern es sich um Stoffe und sonstige Textilwaren; ungebrauchten Naturstein; Tee, Kaffee und Kakao; Blumen oder Spielwaren und Sportbälle aus sogenannten Entwicklungsländern handelt - Nachweise sind aber nicht alle gleichermaßen glaubwürdig und nicht für jedes Produkt erhältlich.

Hier setzt die Kooperation mit der Koordinationsstelle an: Es wurde eine Markterkundung durchgeführt, welche Nachweise für das zu beschaffende Produkt erhältlich sind und nach Glaubwürdigkeit und Anspruch beurteilt. Ein sehr glaubwürdiger Nachweis für die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen wurde gefordert.

Die Fair Wear Foundation geht in ihren Kriterien zudem über die Mindestandards weit hinaus - so werden zum Beispiel auch Arbeitsschutz und existenzsichernde Löhne, nicht nur Mindestlöhne, in der Produktion gefordert und die Einkaufspolitik der Mitgliedsunternehmen wird mit einbezogen in der Hinwirkung auf bessere Produktionsbedingungen. 

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